Millionen von Jahren
In Jahrmillionen entstanden, durch komplexe geologische Prozesse natürlich geformt, lassen sich die durch die Natur geschaffenen Steinunikate entsprechend ihrer Entstehung in drei Gesteinsklassen unterteilen.
Erstarrungsgestein | Magmatite, entstanden durch Erstarrung von Magma aus dem Erdinneren (in Südtirol Porphyr, Granit und Basalt).
Ablagerungsgestein | Sedimentite, entstanden durch Ablagerung und Neubildung an der Erdoberfläche (heimisch sind Sandstein, Kalkstein und Dolomit).
Umwandlungsgestein | Metamorphite, entstanden durch Umwandlung unter Druck und Temperatur (Glimmerschiefer, Gneise, Kalkschiefer, Marmor, Quarzite, Serpentinite).
In Südtirol finden wir Gesteinskomplexe aller drei Gesteinsgruppen.


Das Entstehen der heimischen Gesteine.
Der Alpengürtel ist ein Gebirge, das sich von Ostfrankreich über die Schweiz, Norditalien und Österreich bis hin nach Slowenien erstreckt. Die Alpen sind ein Teil des großen europäischen Gebirgssystems, das durch die Kollision einer südlichen, afrikanischen Platte mit einer nördlichen, eurasischen Platte und der Abschiebung (Subduktion) dazwischen liegender ozeanischer Erdkruste und kleinerer kontinentaler Platten in die tiefere Erdkruste gebildet wurde. Die Gebirgsbildung der Alpen ist somit die Folge des Einengungsvorgangs eines Teilbereiches des Beckenareals zwischen Europa und dem gegenüber liegenden Teil Afrikas. Diese Kollision begann vor 65 Millionen Jahren (Kreidezeit) und erfolgte in mehreren Hauptphasen bis etwa vor 1,7 Millionen Jahren. Dass die gebirgsbildenden Prozesse bis heute anhalten, ist aus dem relativ häufigen Auftreten von Erdbeben zu erkennen.
Der Alpenkörper wird in vier große West-Ost verlaufende geologische Haupteinheiten gegliedert: das Helvetikum als nördlichste Einheit, gefolgt vom Penninikum und das Ost- und Südalpin. Das Helvetikum, das dem Schelfbereich des ehemaligen Nordkontinents entspricht, tritt heute vor allem in der Schweiz auf. In Resten findet sich diese Einheit auch am Nordrand der Ostalpen (z.B. südlich von Murnau/Oberbayern). Das Penninikum entspricht den ehemaligen ozeanischen Bereichen des Tethysmeeres südlich des helvetischen Schelfbereichs. Es findet sich heute in den Ostalpen in Form von geologischen Fenstern, die unter den ostalpinen Decken hervorkommen und von denen die Größten das Tauernfenster östlich des Brenners und das Engadiner Fenster sind. Das Ostalpin und das Südalpin waren dagegen am ehemaligen Nordrand der afrikanischen Kontinentalplatte beheimatet. Das Ostalpin hat in Form von großen tektonischen „Decken“ einen weiten Transport nach Norden erfahren, große Teile wurden dabei über den penninischen Bereich hinweg bis auf das Helvetikum überschoben. Das Südalpin bildet den Südrand der Alpen. In den kristallinen Kerngebieten der Ostalpen befinden sich auch noch Reste einer zwischen dem nördlichen Ostalpin und dem Südalpin befindlichen Decke, z.B. das sog. Brennermesozoikum mit den Kalkkögeln und dem Tribulaunstock.
Diese Nord-Süd-Anordnung der geologischen Haupteinheiten hat zur Folge, dass in Nordtirol vorwiegend Gesteine des Ostalpin und Penninikums anzutreffen sind, während in Südtirol flächenmäßig Gesteine des Süd- und Ostalpins überwiegen. Im Südalpin des Südtiroler Raumes kommen vorwiegend magmatische (Bozner Quarzporphyr), metamorphe (Brixner Quarzphyllit) und sedimentäre Gesteine (Karbonatische Gesteinsserien der Dolomiten, Grödner Sandstein) vor. Im Ostalpin von Nordtirol herrschen dagegen metamorphe Gesteine südlich des Inntals und sedimentäre Gesteinsserien nördlich davon vor. Eine große tektonische Störungszone, die sogenannte Periadriatische Linie, trennt das Ostalpin und den zentralalpinen Bereich vom Südalpin. Diese Störungslinie verläuft aus dem Osten kommend im Bereich des Gailtales, des Pustertales hinüber nach Meran und setzt sich dann in südsüdwestlicher Richtung bis in die Gegend des Gardasees fort.
Erdgeschichtlich betrachtet ist das Entstehen und Vergehen der Gesteine ein kontinuierlicher Prozess. Das Festland der Erdoberfläche besteht dabei zu ¾ aus Sedimenten und ¼ aus Magmatiten und Metamorphiten. Alle Gesteine, seien es Ablagerungsgesteine (Sedimente), Produkte glutflüssiger Magmen (Magmatite) oder Umwandlungsgesteine (Metamorphite), die aus noch älteren Gesteinen (Sedimente, Magmatite und ältere Metamorphite) unter hohem Druck und hohen Temperaturen in der Erdkruste gebildet wurden, stehen in einem großen Kreislauf von geologischen Prozessen. Alle an der Erdoberfläche anstehenden Gesteine unterliegen der Verwitterung. Gesteine bilden also keine unveränderlichen geologische Körper, sondern werden durch geodynamische Prozesse ständig verändert, verfrachtet und neu gebildet.
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